Wasser clever nutzen – bevor die nächste Trockenperiode kommt
Trockenperioden, niedrige Flusspegel und regional sinkende Grundwasserstände zeigen: Wasser ist auch in Deutschland nicht zu jeder Zeit unbegrenzt verfügbar. Gleichzeitig fällt weiterhin Niederschlag – nur nicht unbedingt dann, wenn wir ihn brauchen. Wer Regenwasser auffängt und speichert, kann deshalb vorsorgen: Trinkwasser sparen, wenn es trocken wird, und Niederschlag zurückhalten, wenn er reichlich fällt.
Wasser haben wir – aber nicht immer zur richtigen Zeit
Deutschland ist grundsätzlich ein wasserreiches Land. Trotzdem zeigen die vergangenen Jahre immer deutlicher, dass Wasserverfügbarkeit nicht allein davon abhängt, wie viel Niederschlag innerhalb eines Jahres fällt.
Entscheidend ist auch:
- zu welcher Jahreszeit es regnet,
- wie lange Trockenperioden dauern,
- wie hoch Temperaturen und Verdunstung sind,
- wie viel Wasser im Boden gespeichert werden kann,
- wie viel Niederschlag tatsächlich zur Grundwasserneubildung beiträgt,
- und wie hoch der gleichzeitige Wasserbedarf ist.
Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Hitzewellen und Dürren zu Niedrigwasserständen und regionalen Nutzungskonflikten beitragen können. Klimaprojektionen zeigen außerdem Veränderungen in der saisonalen Verteilung der Niederschläge und steigende Temperaturen. [Quelle: Umweltbundesamt]
Ebenso wichtig ist: Wann steht dieses Wasser zur Verfügung – und wie viel davon können wir für später zurückhalten?
Der Sommer 2026 zeigt, wie schnell sich die Situation verändern kann
Ende Juli 2026 waren nach Angaben des Umweltbundesamtes alle großen Flüsse Deutschlands von Niedrigwasser betroffen. Regionale Niederschläge brachten teilweise Entspannung, führten zunächst aber nicht zu einer nachhaltigen Erholung der Wasserführung.
Anfang August wurden im Rhein abschnittsweise Wassertemperaturen von mehr als 26 °C gemessen. Niedrigwasser und hohe Temperaturen belasten Gewässer dabei gleichzeitig.
Weniger Wasser bedeutet zudem weniger Verdünnung. Werden weiterhin vergleichbare Stoffmengen in ein Gewässer eingetragen, können die Konzentrationen bestimmter Stoffe bei niedriger Wasserführung steigen. Dazu zählen beispielsweise Arzneimittelrückstände, Pflanzenschutzmittel, Biozide und bestimmte Industriechemikalien.
Niedrigwasser ist deshalb nicht ausschließlich ein Mengenproblem. Es kann gleichzeitig die Wasserqualität und die Anforderungen an die Wasseraufbereitung beeinflussen.
Trockenheit wirkt länger als ein paar regenlose Wochen
Besonders wichtig ist der Blick auf Boden und Grundwasser. Die vom Umweltbundesamt beauftragte Grundlagenstudie WADKlim – „Auswirkung des Klimawandels auf die Wasserverfügbarkeit – Anpassung an Trockenheit und Dürre in Deutschland“ hat die Entwicklung des Wasserhaushalts umfassend untersucht.
Ein wesentliches Ergebnis: Der Rückgang des Wasserdargebots während der Dekade 2011 bis 2020 war statistisch signifikant, allerdings regional unterschiedlich ausgeprägt.
Für viele Regionen zeigte die Modellierung außerdem in den beiden Jahrzehnten 2001 bis 2020 eine unterdurchschnittliche Grundwasserneubildung gegenüber 1981 bis 2000.
Oberboden, tiefere Bodenschichten und Grundwasser reagieren auf unterschiedlichen Zeitskalen.
WADKlim – Zusammenfassung und Ergebnisse beim Umweltbundesamt
Wenn es trocken wird, steigt gleichzeitig der Wasserbedarf
Während einer längeren Trockenperiode treffen zwei Entwicklungen aufeinander: Es steht weniger Wasser zur Verfügung, während gleichzeitig mehr Wasser für Gärten, Landwirtschaft, Bäume und Grünflächen benötigt wird.
Die WADKlim-Untersuchungen verdeutlichen die Größenordnung. Für städtische Grünflächen wurde ein theoretischer Bewässerungsbedarf von etwa 415 Millionen Kubikmetern in normalen Jahren berechnet. In sehr trockenen Jahren kann dieser theoretische Bedarf auf rund 1,359 Milliarden Kubikmeter steigen.
Regenwasser speichern: Wasser heute sammeln, das morgen gebraucht wird
Das Grundprinzip der Regenwassernutzung ist einfach: Niederschlagswasser wird nicht unmittelbar vollständig abgeleitet, sondern gesammelt und für eine spätere Verwendung gespeichert.
↓
Dach und Fallrohr
↓
schneller Abfluss
↓
später Trinkwasser zur Bewässerung
↓
Dach und Filter
↓
Regenwasserspeicher
↓
später gespeichertes Wasser nutzen
Ein Speicher erzeugt kein zusätzliches Wasser. Er verschiebt seine Verfügbarkeit. Wasser, das während einer niederschlagsreichen Phase anfällt, kann dadurch später genutzt werden.
Wasser zurückhalten statt möglichst schnell ableiten
Die WADKlim-Studie untersuchte zahlreiche Maßnahmen zum Wasserrückhalt. Viele davon zeigen positive Wirkungen hinsichtlich Abflussverzögerung, Wasserrückhalt im Boden, Grundwasserneubildung und Wasserverfügbarkeit während Trockenperioden.
Auf Landschaftsebene geht es beispielsweise um natürliche Rückhalteräume, Böden oder Retentionsflächen. Auf einem privaten Grundstück kann dasselbe Grundprinzip durch einen Regenwasserspeicher oder eine Zisterne umgesetzt werden.
Starkregen und Trockenheit sind zwei Seiten derselben Herausforderung
Starkregen und Wassermangel wirken zunächst wie Gegensätze. Für den Wasserhaushalt können sie jedoch unmittelbar zusammenhängen.
Bei einem intensiven Niederschlagsereignis fällt innerhalb kurzer Zeit sehr viel Wasser. Wird dieses Wasser schnell abgeführt, steht es in einer späteren Trockenphase nicht mehr zur Verfügung.
Ein Regenwasserspeicher kann dabei zwei Funktionen miteinander verbinden: Wasser während Niederschlägen aufnehmen und einen Vorrat für spätere trockene Tage schaffen.
Wofür lässt sich Regenwasser nutzen?
Die einfachste Anwendung ist die Gartenbewässerung. Hier wird ansonsten häufig hochwertiges Trinkwasser für Aufgaben eingesetzt, für die Trinkwasserqualität nicht erforderlich ist.
Gesammeltes Regenwasser eignet sich beispielsweise für:
- Rasenbewässerung,
- Beete, Bäume und Sträucher,
- Gewächshäuser,
- Reinigungsarbeiten im Außenbereich.
Mit einer entsprechend geplanten Regenwassernutzungsanlage sind darüber hinaus bestimmte Anwendungen innerhalb eines Gebäudes möglich. Trinkwasser- und Regenwassersystem müssen dabei technisch sicher voneinander getrennt werden.
Welche Regenwasserspeicherung passt zu welchem Bedarf?
Die passende Lösung hängt unter anderem von Dachfläche, Niederschlagsmenge, gewünschter Nutzung, verfügbarem Platz und dem benötigten Speichervolumen ab.
ROTH Regenwasser-Gartenspeicher
Eine unkomplizierte Möglichkeit, Regenwasser für die Gartenbewässerung zu bevorraten. Die bei LFS angebotenen PE-HD-Speicher sind in Größen von 750 bis 3.000 Litern erhältlich, lichtundurchlässig, wasserdicht und UV-stabil.
Gartenspeicher ansehenROTH Sammelbehälter mit Filterkorb
Erdstabile Regenwasserbehälter aus PE mit integriertem Filterkorb. Die Speicher sind bei LFS in Größen von 1.000 bis 3.000 Litern erhältlich. Die Wasserentnahme kann über eine passende Tauchpumpe erfolgen.
Sammelbehälter ansehen
ROTH Twinbloc® Paket Garten mit Tauchpumpe
Eine komplette unterirdische Lösung für die Gartenbewässerung. Das Paket kombiniert Erdspeicher, Domschachtsystem, Filter und Tauchdruckpumpe und ermöglicht eine komfortable Nutzung des gespeicherten Regenwassers.
Garten-Komplettpaket ansehen
ROTH Twinbloc® Paket Haustechnik 1 ECO
Eine umfangreiche Regenwassernutzungsanlage mit unterirdischem Speicher, Filtersystem, schwimmender Entnahme, Pumpmodul und automatischer Trinkwassernachspeisung. Geeignet, wenn Regenwasser über die reine Gartenbewässerung hinaus genutzt werden soll.
Haustechnik-Paket ansehenWie viel Regenwasser kann ein Dach überhaupt liefern?
Schon ein vergleichsweise kurzer Regenschauer kann auf einer größeren Dachfläche erhebliche Wassermengen liefern.
Ein einfaches Rechenbeispiel
1 Millimeter Niederschlag auf 1 Quadratmeter Fläche entspricht theoretisch 1 Liter Wasser.
Auf einer Dachfläche von 100 m² fallen bei 20 mm Niederschlag somit theoretisch rund 2.000 Liter Wasser an.
In der Praxis gelangt nicht die vollständige Menge in den Speicher. Verluste entstehen unter anderem durch Dachoberfläche, Verdunstung, Filterung und Überlauf. Das Beispiel zeigt jedoch, welches Potenzial bereits ein normales Hausdach besitzt.
Eine sinnvolle Speichergröße sollte deshalb auf Dachfläche, örtlichen Niederschlag, Verbrauch und Nutzungsart abgestimmt werden.
Regenwasser clever nutzen bedeutet mehr als nur Wasser sparen
Trinkwasserressourcen schonen
Trinkwasser kann auf Anwendungen konzentriert werden, bei denen Trinkwasserqualität tatsächlich benötigt wird.
Vorrat für trockene Tage
Niederschlag aus regenreicheren Zeiten bleibt für eine spätere Nutzung verfügbar.
Regen zurückhalten
Wasser, das zunächst gespeichert wird, fließt nicht im selben Moment vollständig über die Grundstücksentwässerung ab.
Bewässerung unabhängiger machen
Ein gefüllter Speicher schafft einen eigenen, zeitlich begrenzten Wasservorrat für geeignete Anwendungen.
Was Niedrigwasser zusätzlich mit Wasserqualität zu tun hat
Untersuchungen des Umweltbundesamtes zeigen einen weiteren wichtigen Zusammenhang: Bei sehr niedrigen Flussabflüssen kann der Anteil des gereinigten kommunalen Abwassers – des sogenannten Klarwassers – am Gewässer deutlich steigen.
Ein hoher Klarwasseranteil bedeutet ausdrücklich nicht automatisch eine Gesundheitsgefährdung. Er kann jedoch die Bedeutung von Stoffeinträgen erhöhen und dort relevant sein, wo Oberflächenwasser oder Uferfiltrat zur Trinkwassergewinnung beitragen.
Damit wird deutlich: Niedrigwasser betrifft nicht nur die verfügbare Wassermenge. Es kann gleichzeitig die Anforderungen an Überwachung und Wasseraufbereitung erhöhen.
Vorsorge beginnt nicht erst, wenn der Boden trocken ist
Ist eine Trockenperiode bereits da, lässt sich ein fehlender Wasservorrat nicht nachträglich aufbauen. Eine Regenwassernutzungsanlage funktioniert deshalb vor allem als Vorsorgesystem.
Sie sammelt Wasser, solange es verfügbar ist – bei Regen im Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter – und hält einen Teil davon für den späteren Bedarf zurück.
„Was mache ich, wenn Wasser knapp wird?“
Sondern:
„Was mache ich heute mit dem Wasser, das gerade verfügbar ist?“
Wer Regenwasser auffängt, filtert und speichert, macht aus einem kurzfristigen Niederschlagsereignis eine nutzbare Reserve.
Wasser clever nutzen bedeutet deshalb vor allem: vorausdenken – bevor die nächste Trockenperiode kommt.
Regenwasser sinnvoll speichern und nutzen
Vom oberirdischen Gartenspeicher bis zur unterirdischen Komplettanlage für Garten und Haustechnik findest Du bei LFS CLEANTEC unterschiedliche Lösungen zur Regenwassernutzung.
Regenwassernutzung entdecken